Minderwertigkeit und Entschuldigungen

Ist es möglich, dass man sich so sehr wünscht, jemand besseres zu sein als andere?
Ja ist es, diese Erfahrung muss ich gerade machen.
Ohne Frage, alles was passiert ist, ist meine Schuld. Mein Versagen.
Es gibt eine Frau in meinem Leben, der ich Geschichten erzählt habe, die ich ausgeschmückt und aus dem Zusammenhang gerissen habe.
Warum?
Weil ich das Gefühl habe, ihr nichts bieten zu können. Ich habe nicht viel Geld. Kein neues und teures Auto. Zugegeben, das ist eine sehr oberflächliche Sichtweise, aber als ich Ihr diese Geschichten erzählte, hatte ich für mich das Gefühl, etwas zu sein, das besser ist, als das, was da vor ihr stand.
Perfiderweise hätte ich bei der Wahrheit bleiben sollen. Ich glaube, das hätte Ihr schon gereicht.
Aber diese Frau ist nicht die einzige, die ich verriet…
Es gibt da noch jemand anderes, den ich mit diesen Aussagen ausserordentlich schadete. So sehr, dass beide glaubten, dass ich damit diese ausserordentliche Freundschaft, die sich gerade bildete, untergraben und verhindern wollte.
Und in gewisser Weise stimmte das sogar- auch wenn das nicht in erster Linie mein Plan war.
Ich habe das Vertrauen von zwei Wundervollen Frauen aufs übelste Enttäuscht und ich möchte mir mit einem Backstein auf den Kopf schlagen, dass ich es so weit getrieben habe.
Aber wenn man jetzt denkt, dass es echt schlimm ist, was ich da angerichtet habe: Es geht noch schlimmer.
Wie ich schon sagte, die beiden Frauen, um die es hier geht, sind Freundinnen. Klar, dass alles irgendwann rauskommt.
Und anstatt zu verstehen, was ich angerichtet habe, und mir meine Schuld einzugestehen, habe ich versucht, diese Wut auf mich in eine dieser beiden Frauen zu kanalisieren. Es gab fiese Nachrichten von mir, die, wenn ich sie mir heute noch einmal vor Augen rufe, keinen anderen Sinn hatten, als zu verletzen. Und zwar die erste der beiden Frauen…
Und das alles nur, weil ich nicht auf mich sauer sein wollte…
Seit Wochen martern mich die Schuldgefühle und ich weiß nicht, wie ich sie verständlich und ohne wirr zu wirken, ausdrücken kann.
Verständlicherweise möchte die eine der beiden kein Wort mit mir reden, dazu habe ich zu tiefe Wunden gerissen.
Allerdings hoffe ich, dass sie diese Worte liest. Kein und… Denn ich weiß nicht, was dann passieren soll- oder wird. Das alles entzieht sich total meiner Kontrolle. Und zwar bei beiden Frauen.
Ich möchte mich jetzt mit ein paar Zeilen an diese beiden Frauen wenden:

Liebe Schwester!
Es gab eine Zeit, in der ich dir mit großem Anlauf in den Rücken gesprungen bin.
Ich habe, als ich bei dieser Frau war, viel geredet. Leider waren die Geschichten, die ich erzählte, so nicht wahr!
Ich warnte sie vor dir … Ich erzählte Sachen, die mit dir im hier und heute nichts mehr zu tun haben, das bist du nicht mehr. Du hast es geschafft, dich zu ändern!
Und das ist so eine großartige Leistung von dir! Ich plage mich mit Neid und Schuld. Ich bin neidisch, weil du es immer mehr schaffst, dein Leben in deine eigenen Hände zu nehmen. Deine Fortschritte sind so dermaßen groß- aus meiner Sicht- dass ich es mir nicht anders erklären kann, als dass ich dich zumindest bremsen wollte. Denn du schaffst etwas, worum ich schon seit Jahrzehnten kämpfe: Um die Kontrolle über mein Leben.
Du weisst genausogut wie ich, dass ich es sehr schwer habe, mich und mein Leben im Griff zu behalten! Jeder Tag stellt für mich eine Schlacht in einem Krieg dar, den ich wohl nie gewinnen werde.
Ich habe keine Ahnung, wie ich den Schaden, den ich angerichtet habe sowie das Vertrauen und die Verbundenheit wieder herstellen soll.
Ich habe die Kontrolle verloren, so scheint es mir.
Es gibt keinen Weg mehr, keine Linie, an der ich mich orientieren kann. Ich weiß einfach nicht, wie ich mit dieser Situation klar kommen soll.
Ich habe niemanden, den ich sehe, der sich mir zeigt und sagt:“ Dieser Weg hier ist der richtige!“
Ich habe keine Ahnung, ob du meine Reue und meine Trauer verstehst. Ich weiß nicht, ob du mir das, was ich getan habe, je Verzeihen kannst, aber ich hoffe, dass du mir irgendwann wieder in die Augen schauen kannst, ohne an diese schrecklichen Taten zu denken! Aber ich verspreche dir und Froschi etwas:
NIE WIEDER WERDE ICH EUCH DERMAßEN ENTTÄUSCHEN!
Ich kann und ich werde mich ändern, und wenn ich daran kaputt gehe! Ich werde euch beweisen, dass ich euer Vertrauen wert bin! Ich werde meinen Weg wieder finden und solange ich ihn nicht gefunden habe, werde ich beharrlich danach suchen.
Ich hoffe, du akzepiertst diese Entschuldigung!

Eine möchte ich noch ansprechen:

Liebe Froschi!
Ich weiß, dass du mich nicht sprechen hören magst. Und das auch aus gutem Grund! Denn ich verstehe, dass ich dich mit meinem Verhalten zu der Zeit und in den letzten Wochen zutiefst verletzt habe.
Aber ich habe jeden Tag das Gefühl zu verbrennen, wenn ich dir nicht ehrlich sage, was ich fühle!
Ich habe eine ganze Zeit unserer Freundschaft nur Mist gemacht… Jede gute Tat, die ich vollbrachte machte ich durch eine schlechte Tat aus niederen Beweggründen zunichte!
Ich habe dir Geschichten und Gegebenheiten erzählt, die komplett aus dem Zusammenhang gerissen waren und so also schlichtweg nicht gestimmt haben.
Das schlimmste daran ist, dass ich es aus purer Eitelkeit getan habe um interessanter auf dich zu wirken!
Ich konnte dir, einer wunderschönen und erfolgreichen Frau, meiner Meinung nach nicht das bieten, was du verdienst
Leider ist mir erst bewusst geworden, was ich angerichtet habe, als der Schaden schon groß war. Zu groß.
Ich bin mir vollkommen drüber im klaren, dass mit einem „Entschuldigung“ jetzt nicht wieder alles beim alten ist. Totzdem:
Ich entschuldige mich für alles, was ich zu dir sagte und nicht der Wahrheit entsprach! Auch, das ich dich so unvorbereitet in die wirren Tiefen meiner inneren Zerrissenheit hineingezogen habe! Ebenso entschuldige ich mich für jedes meiner verletzenden Worte, die ich dir sandte! Das war vollkommen unangebracht und tut mir wirklich Leid!
Ich versuchte, diese unbändige Wut auf mich selbst vollkommen falsch zu kanalisieren und habe damit einen Menschen vergrellt, der mir so unglaublich wichtig geworden ist, dass dieser Verlust ein riesiges Loch in meinem Leben hinterlassen hat.
Aber was ich dir jetzt schreibe, meine ich vollkommen Ernst und aufrichtig! Ich weiß, dass ich mit meinem Verhalten dein Vertrauen und meine Glaubwürdigkeit nicht nur erschüttert, sondern komplett zerstört habe.
Solltest du mich noch einmal in dein Leben lassen, habe ich einen langen und steinigen Weg vor mir. Aber ich bin bereit, ihn zu gehen. Mit allen Konsequenzen. Ich bin fest entschlossen, alles dafür zu tun, auch dir zu beweisen, dass ich es Ernst meine und mir dein Vertrauen wieder zu verdienen!
Ich hoffe, dass du mir irgendwann- wohl nicht morgen oder nächste Woche, aber irgendwann noch einmal eine Chance gibst und ich dir zeigen kann, dass ich mich ändern kann.
Voller Hoffnung- ich habe dich lieb!
Henk.

Advertisements

Positives Denken- Erlernt oder angeboren?

Als negativ eingestellter Mensch macht man sich vieles schwerer als nötig.

Damit erzähle ich euch sicherlich nicht neues, denn es geht ja nicht nur darum, zuerst die Schwierigkeiten bei Plänen zu sehen. Im Endeffekt wirkt es sich auf das gesamte Leben aus.

Aber- und da sind sich die meisten Fachleute einig- eine solche Einstellung ist nicht angeboren, sondern angelernt.

Es ist und bleibt eine Einstellung. Und Einstellungen kann man ändern!

Leider ist es nun nicht so leicht, wie auf einem Handy oder Computer, wo man einfach nen Knopf drückt und es geht wie geplant. Es erfordert viel Arbeit und eine enorme Achtsamkeit, um eine Lebenseinstellung zu ändern.

Diese Einstellung haben wir von unseren Bezugspersonen unser ganzes Leben lang gelernt. Um diese nun zu ändern, ist man in erster Linie auf sich selbst angewiesen.

Im Internet habe ich die Seite von Psych. Rolf Merkle gefunden, der sich mit diesem und anderen „Problemen“ beschäftigt.

Er hat 10 Tips gesammelt, wie man sich und seine Einstellung zum Leben auf Dauer ändern kann.

Ich möchte diese Tips hier jetzt mal aufzählen,  und ein wenig mit meinen eigenen Worten Interpretieren. Dabei werde ich mit einem Zitat von Harry S. Truman anfangen:

Ein Pessimist macht aus einer Chance ein Problem. Ein Optimist macht aus einem Problem eine Chance.

  1. Konzentriert euch auf eure Stärken!
    So fällt es euch viel leichter, Sachen anzugehen und positives daraus zu erfahren. Auf Dauer ändert es auch eure Ausstrahlung.
  2. Man hat ein Problem?
    Nicht denken, dass man das eh nie schafft. Konzentriert euch auf die Möglichkeiten, die Ihr habt, um eine Lösung zu finden.

    Probleme sind Lösungen im Blaumann!

  3. Sagt euch immer wieder: „Ich kann das!“
    Was auch immer passiert und auf euch zu kommt, bis hierher habt ihr es doch ganz ordentlich geschafft. Und selbst Leonardo DaVinci musste sein Handwerk lernen.
  4. Sollte mal was schief gehen, seht es so: Das versuchen wir gleich noch mal, nur besser!
    Die Flinte ins Korn zu werfen, hat noch niemandem geholfen! Uns doch erst recht nicht 😉
  5. Falls Ihr Ablehnung oder Kritik erfahrt, sagt euch:“ Das ist eure Meinung, und die dürft Ihr haben. Ich sehe das aber anders, auch wenn Ihr das so seht oder ich Fehler mache!“
    Ist euch mal aufgefallen, dass man sich meistens erst selbst in Frage stellt, nachdem das jemand anderes getan hat?
  6. Gebt anderen die Erlaubnis, es euch schwer zu machen.
    Nur Ihr allein entscheidet, was ihr tut und wie Ihr reagiert.
  7. Reflektiert euren Tag.
    Denkt Abends in Ruhe darüber nach, was am vergangenen Tag gut und positiv war. So merkt Ihr euch das und schlaft besser ein.
  8. Wenn ihr dazu neigt, euch immer das „Worst- Case- Scenario“ vorzustellen, legt euren Fokus doch mal auf das „Best- Case- Scenario“
    Schon mal was von der „Selbsterfüllenden Prophezeihung“ gehört?
  9. Trennt euch von Pessimisten oder minimiert den Kontakt.
    Sonst ist das, was ihr macht kontraproduktiv, weil Pessimisten sich gegenseitig in Ihrem denken bestärken.
  10. Rolf Merkle bietet ein kostenloses „Optimismus-Training“ an, das ich mir demnächst mal anschauen werde.

 

Ich weiß, dass ich mich mit meiner Wiedergabe seehr nah am Original bewege. Trotzdem wollte ich es hier noch einmal mit eigenen Worten schreiben.

Ausserdem gibt es noch weitere „Lies dich glücklich“ Webseiten, von denen ich mir wohl auch noch einige anschauen werde.

In diesem Sinne

Hendrik

P.S.: Die Internetseite lautet: http://www.psychotipps.com

Freunde und Small-Talk

Tja- was soll ich sagen.

Ich war noch nie der ganz gesprächige Typ. Zumindest nicht wenn es darum geht, Kontakte zu knüpfen und zu festigen.

Speziell gemerkt habe ich das gestern. Ich war mit einigen Bekannten von mir im Weserstadion. War ein tolles Spiel! Aber das soll hier jetzt nicht das Thema werden.

Vielmehr frage ich mich, warum ich es nicht schaffe, ein Gespräch auzubauen und auch „am Leben zu halten“. Ich hatte gestern echte Probleme, ein passendes Gesprächsthema zu finden, an dem wir alle zu etwa gleichen Teilen mitreden konnten. Ich meine, wir waren „nur“ zu dritt da, aber dann- gerade wenn man sich schon einige Tage kennt- sollte es doch möglich sein, etwas zu finden, was alle etwa gleichermaßen Interessiert.

Vielleicht setze ich mir aber auch zu hohe Vorgaben und erwarte mal wieder zu schnell zu viel… Ich habe nämlich immer das Gefühl, für das Wohlbefinden der anderen verantwortlich zu sein. Aber bin ich das, oder kann man auch mal getrost die anderen machen lassen?

Interessanter Ansatz.

Ich werde mich also etwas mehr darauf konzentrieren, mich mal etwas zu entschleunigen und Sachen einfach passieren zu lassen.

Mir wird das auf Dauer auch etwas Druck nehmen, denke ich.  Wenn es dann was wird und auch funktioniert, dann bin ich ein wenig glücklicher, und wenn nicht, wird weiter gearbeitet.

Aber das verunsichert mich immer, zieht mich etwas runter. Obwohl ich sagen muss, dass ich mich immer besser fühle. Ich denke, dass ich auf einem guten Weg in Richtung echtes Wohlbefinden bin.

Jetzt heisst es am Ball bleiben und zusehen, dass ich alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe. Das nächste, das jetzt passieren wird, ist mein Umzug. Dann werde ich mal sehen wie es weitergeht.

Natürlich bin ich ein wenig eigen. Das ist mir durchaus bewusst. Ich habe so einen „Fluchtinstinkt“. Manchmal habe ich diesen unbedingten Drang, dass ich raus muss. Egal, was gerade passiert. Und dann muss ich auch weg, sonst werde ich mies gelaunt. Das Problem ist nur, dass ich viele damit verdriesslich stimme, weil es mir dann persönlich übel genommen wird. Denke ich jedenfalls.

Aber ich werde nur für andere Egos nicht anfangen, mich irgendwo durchzubeissen und schlecht Gelaunt da zu sitzen, nur damit ein anderer sich wohl fühlt.

Ich denke mittlerweile, dass ich es einfach nicht jedem Recht machen kann. Also bringt es auch nichts, das zu versuchen.

Also weitermachen, die letzten schönen Tage geniessen und mal schauen, was die Psychologin morgen so zu sagen hat, ob ich dort eine Therapie anfangen kann.

Schones Wochenende noch!

In diesem Sinne

Hendrik

 

Soziale Kompetenz Teil I

Bisher war es immer so:

Jemand wollte etwas von mir und ich konnte einfach nicht nein sagen.

Speziell bei meiner Familie war und ist es für mich schwer, einem einen Wunsch abzuschlagen. Wenn ich es doch tat, hatte ich immer ein schlechtes Gewissen.

Aber auch bei Freunden und Bekannten habe ich immer einen Anflug von Schuldgefühlen. Ich befürchte dann immer das derjenige nichts mehr mit mir zu tun haben will.

Aber warum?

Meine Familie wird mir wohl kaum den Rücken kehren, wenn ich schlicht und einfach mal keine Lust habe, jemandem einen Gefallen zu tun.

Bei meinen Freunden sehe ich das mittlerweile anders. Ich werde wohl allmählich einbringen, dass ich bestens ohne diejenigen klarkomme, sollte dort so etwas passieren. Ich habe gelernt, dass man nur mit sich ins reine kommt, wenn man mit sich und dem was man tut einverstanden ist.

Also werde ich ab jetzt mehr auf meine Bedürfnisse achten.

Wer das nicht versteht, oder damit ein Problem hat, der braucht das schlicht nicht mehr bei mir abladen.

Meist ist es auch besser, wenn man seine Forderungen ordentlich artikulieren kann. Dann fühlt man sich wohler, bekommt einen besseren Eindruck von sich und auf dauer auch mehr Selbswertgefühl, weil man einfach nicht mehr alles macht um in den Augen anderer besser dazustehen. Das erfordert am Anfang eine enorme Aufmerksamkeit, aber da gehe ich dann demnächst drauf ein.

Dann kann ich mich auch daran machen, mehr Kontakte zu knüpfen.

Wenn das Gegenüber merkt, dass man auf sich selbst aufpassen kann wird es- so glaube ich zumindest- leichter.

Alles, was ich mir noch beibringen muss ist, wie ich diese Kontakte auch vernünftig knüpfen kann. Stichwort Smalltalk.

Aber das wird sich auch noch geben, wenn ich den Mut gefasst habe, auch mal wieder rauszugehen und mir etwas gutes zu tun.

In diesem Sinne

Hendrik

Mietwagen oder aktives Soziales Kompetenztraining

Lange nicht gelesen…

Zu allererst muss ich sagen, dass ich mich zur Zeit wirklich einigermaßen Wohl fühle. Das war relativ harte Arbeit, aber ich meine, dass ich schon über das erreichte Stolz sein kann.

Wirklich gemerkt habe ich das, als ich letztes Wochenende einen Mietwagen leihen wollte.

Also schaue ich beim großen Automobilclub, ob ich da ein Auto bekomme. Und- siehe da: Auto in gewünschter Größe verfügbar! Super!

Also habe ich meine Daten in die Tastatur gehämmert und das Auto reserviert.

Jetzt stehe ich am Schalter und möchte das reservierte Auto abholen. Da sagt der Knaller am Tresen mir doch glatt, dass ich, anstatt etwa 200 € Kaution zu zahlen, den Eigenbeitrag zur Vollkaskoversicherung hinterlegen sollte. Womit ich dann bei 950 € gelegen hätte… Nur Kaution!

Vollkommen unmögliches Verhalten… Noch vor drei Monaten hätte ich den Kopf in den Sand gesteckt und mich Wunden leckend zurückgezogen.

Doch jetzt nicht mehr!

Noch bevor ich aus dem Laden raus war, hatte ich die Hotline des Clubs an der Strippe. Dort kurz den Sachverhalt geschildert und gesagt, dass ich dafür keinen Beitrag zahle.

Dort sofort die Bestätigung, dass dieser Vorfall ein Verstoß des Vermieters gegen die AGB war und das jetzt geklärt wird.

Jetzt heißt es, dass ich die Differenz zum anderen Mietwagen erstattet bekomme!

Auch wenn dieser Kontakt nur telefonisch war, behaupte ich, dass das SKT doch Wirkung  zeigt.

Ich hoffe noch, dass der Verleiher einen kleinen „obolus“ als Entschuldigung drauf legt und mir ein Auto anbietet, mit dem ich die ein- oder andere Runde auf der Nordschleife drehen kann.

Also werde ich jetzt verstärkt darauf acht geben, meine Bedürfnisse durchzusetzen.

Nach dem, was ich die letzten Monate gelernt habe, wird mir das sicherlich etwas leichter fallen, als bisher.

Jetzt war das zwar ein kurzer Aufsatz, aber ich denke, dass es nicht weiter schlimm ist.

Ich bin denn mal weg und dabei, das gelernte zu vertiefen. Das ein- oder andere werde ich hier wohl auch mal Wiederholen, um es mir besser anzueignen.

Also wünsche ich euch jetzt ein schönes Wochenende!

In diesem Sinne

Hendrik

Kämpfen und siegen?

Heute habe ich das erste mal bei dieser Europameisterschaft richtig mitgefiebert, dass muss ich jetzt mal sagen. Und ausgerechnet war es nicht das Spiel der Deutschen, bei dem ich wie gebannt vor dem Fernseher saß.

Island, der Fußballzwerg mit alternden Hobbyspielern schlägt England, das Mutterland des Fußballs mit 2:1.

Und welcher Spieler macht das entscheidende Tor? Sigtorsson!

Saugeil!

Warum liebt ganz Europa, wenn nicht sogar die ganze Welt diesen „Fußballzwerg“? Warum wirken die Jungs um Sigtorsson (ich mag diesen Namen) so sympathisch?

Diese Jungs aus Island haben der ganzen Welt gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will!

Alles auf den Platz geworfen und immer daran geglaubt, dass sie diesen Stand über das Spiel bringen werden.

Das ist auch genau der Punkt auf den ich heute hinauswill.

Wenn man sich drauf konzentriert und den unbedingten Willen mitbringt, ein Ziel zu erreichen , kann man es auch schaffen. Man kann erfolgreich werden. Man kann abnehmen. Man kann einen Fortschritt im Beruf erreichen. Man muss nur den absoluten Willen haben, das auch zu schaffen. Aber auch akzeptieren, dass es hin und wieder Rückschläge geben wird. Es kommt nur darauf an, ob man sich davon entmutigen lässt oder ob es einen in diesem Entschluss, das Ziel zu erreichen, bestätigt.

Ich sage aber auch ganz klar, dass es nicht leicht ist, den Kopf oben zu behalten. Bei mir wirkt jeder Rückschlag, jedes Störfeuer wie eine komplett neue Aufgabe. Wenn das dann so ist, verliere ich immer das große Ganze aus den Augen und ergehe mich in einer ziemlichen Fummelei an Details, die sich später so oder so geben würden.

Also ist es bei mir, wie mit allen anderen Erkenntnissen, die ich hier in der letzten Zeit aufgeschrieben habe. Der Kopf hat durchaus kapiert, worum es hier geht. Nur der Verstand spielt mir echt viele Streiche.

Den Unterschied, ob ich es nicht verstehen kann, oder verstehen will, den sehe ich nicht wirklich. Im Moment ist für mich alles nicht wirklich greifbar. Aber ich habe einige Punkte, an denen ich ansetzen kann, wenn die Arbeit losgeht.

In diesem Sinne

Hendrik

Babysitting

Gestern hab ich bei meiner Schwester auf Ihre Kinder aufgepasst. Mit einer Bekannten. Was da nicht alles für Befürchtungen im Raum standen. Wenn eines wach wird, wird es hysterisch. Hier wird richtig Alarm sein, wenn die Kinder in der Nacht wach werden.
Und was war? Nix. Alles Ängste, vollkommen übertriebene. Und ich denke, dass ist es, worauf ich hinauswill.
Wenn man sich Gedanken macht, was könnte passieren, neigt man doch dazu sich immer die Horrorszenarien auszumalen. Warum macht man das? Warum fällt es den meisten immer so schwer, sich zu sagen:“ Das wird schon ruhig bleiben. Ich werde die paar Stunden freizeit jetzt mal so richtig geniessen.“
Ihr kleiner Sohn ist zwar wach geworden, aber von Alarm keine Spur. Wir haben uns einfach mit ihm Beschäftigt. Klar ist er nicht mehr eingeschlafen, bis meine Schwester mit ihrem Freund wiedergekommen ist. Aber ich kann dazu nur sagen: Chapeau, der kurze hat tapfer dagegen an gekämpft, wieder einzuschlafen. Aber ansonsten herrschte hier absolute Ruhe.
Man kann also schon sagen, dass man nicht allzuviele Gedanken daran verschwenden sollte, was schlimmstenfalls passieren kann. Man kann sich einfach sagen, was passiert, das passiert halt. Und wenn es schief geht, wird halt ein neuer Versuch unternommen.
Also wieder ein neues Ziel: Keine Horrorszenarien mehr.
Denn keine Suppe wird so heiß gegessen, wie sie gekocht wird.

In diesem Sinne

Hendrik

Blitze und Brexit

Hier hat sich das Wetter gerade wieder beruhigt. Es hat mächtig geknallt hier. Ich bin jetzt nicht der Typ, der sich bei einem Gewitter unter sein Bett verkriecht. Ich bin eher derjenige, der draussen zu finden ist. Ich liebe es, durch einen gewittrigen Platzregen zu latschen.

So auch heute Nacht. Ich werde wach. Das kann man so jetzt auch nicht sagen. Es blitzt und rummst. Ich stand im Bett. Junge, habe ich mich verjagt. Nichtsdestotrotz, Jogginghose an, Adiletten an die Füße und nix wie raus!

Während ich mir jetzt wie gebannt diese Naturgewalten anschaue, denke ich mal wieder nach. Exen, Arbeit, Brexit. Ich bin irgendwie beim Brexit hängen geblieben.

Da bin ich mal Neugierig…

Mal angenommen, die Briten treten aus dem Verein aus, den sie selbst mit gegründet haben. Was passiert dann? Werden die Finanzmärkte durchdrehen und warum? Ich meine, ich brauche keine Nachhilfe in Sachen Ökonomie. Dieses Thema interessiert mich nicht mal.

Aber ich muss gestehen, dass ich wissen will, wie so etwas ablaufen würde. Und wie lange das dauert. In verschiedenen Medien ist von bis zu zwei Jahren die Rede. Klar braucht man eine gewisse Vorlaufzeit um alles umzustellen, aber zwei Jahre? Wenn ich meine Wohnung kündige, dann habe ich 3 Monate Zeit, mich aus dem Staub zu machen. Warum geht das nicht so? Kündigung in den Brüsseler Briefkasten, Klamotten gepackt und Abflug!

Wusstet ihr, dass bei dem Brexit 55% der Regierungschefs der verbleibenden EU-Staaten diesen Antrag annehmen müssen? Was, wenn das nicht passiert? Stellt sich dann die Merkel hin und sagt:“ Also, Herr Cameron, wir haben uns das alles hier mal überlegt und abgestimmt, ob wir Ihre Aufkündigung des EU- Mitgliedsvertrages annehmen und ich muss Ihnen mitteilen, dass sie leider in der EU bleiben müssen!“

Warum die Merkel? Ich finde die hat das Gesicht dafür…

In den Zeitungen wird ja spekuliert, ob Großbritannien im Falles des Brexits im EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) verbleibt, damit dem Staat der Zugang zu den europäischen Binnenmärkten erhalten bleibt. Wie jetzt? Und warum? Nicht mehr zur Rasselbande zugehören wollen, aber Zölle mag man ja auch nicht zahlen? Weil man Gründungsmitglied ist?

Als Mitglied im EWR zahlt man geringere Ein- und Ausfuhrzölle, aber muss „Fördergelder“ an die EU abtreten. Ähnlich wie Norwegen.

Meine Meinung ist: Raus ist Raus. Ganz oder gar nicht.

Wer mit der EU nichts mehr zu tun haben will, braucht davon auch nicht mehr zu profitieren. Ganz einfach. Ich kann meine Wohnung auch nicht kündigen und nachher einfach einen Schlüssel behalten, damit ich rein kann, wenn es nachts Kalt ist.

Und um den ganzen Profis hier und jetzt zuvorzukommen, mir ist durchaus bewusst, dass meine Kenntnisse nicht allzuweit in die Tiefe gehen. Ich sehe das alles hier mit den Augen des „kleinen Mannes“. Dieser Ausdruck bekommt in AfD- Zeiten bei mir einen eher faden Beigeschmack…

Vielleicht hat das Vereinigte Königreich ja tatsächlich was davon, wenn sie sich aus der Nummer rausziehen. Vielleicht- und das ist wahrscheinlicher- geht das aber mal voll in die britische Hose. Innerhalb der EU gilt ein Brexit als „affordable loss“. Ein zu verkraftender Verlust.

Zumindestens bei der EM haben wir dann noch immer jemanden, den wir im Elfmeterschießen wegballern können. Denn um dort Teilnehmen zu können, muss man kein Mitglied der EU sein. Der nationle Fußballverband (in England die FA) muss Mitglied in der UEFA sein.

Was sich mir allerdings nicht erklärt, warum dieses Thema eigentlich auf den Tisch kommt. Warum wollen so viele Briten aus der EU raus? Liegt es daran, das England als ehemalige Weltmacht nur noch ein Karpfen im Karpfenteich ist? Vielleicht schon, aber wahrscheinlich ist da noch mehr im Hintergrund.

Gut gefällt mir allerdings, dass man in London entschieden hat, das Volk die Entscheidung treffen zu lassen- per Volksabstimmung. Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit für uns Deutsche.

In diesem Sinne

Hendrik

 

Sanfte Keime der Hoffnung

Ich habe derzeit relativ große Probleme, einen Psychiater zu finden, bei dem relativ kurzfristig ein Termin frei ist. Das geht sogar so weit, dass mein Hausarzt sagt, dass er mich ohne Behandlung nicht weiter Krankschreiben möchte.

Seit Wochen telefoniere ich also hinter verschiedenen Ärzten her. Von denen sagten mir 90%, dass in diesem und nächsten Quartal kein Termin mehr verfügbar ist oder ein Aufnahmestopp ausgesprochen wurde. 10% gingen einfach mal gar nicht erst ans Telefon. Also habe ich heute bei meiner Krankenkasse angerufen und das Problem geschildert.

Ausnahmsweise ging es mal schnell und unbürokratisch. Die gute Dame am Telefon sagte mir, dass man sich morgen mit vorschlägen bei mir melden wird.

Ich bin ja mal gespannt, wer mir da präsentiert wird, denn ich habe wirklich jeden, der mir von Tante Google vorgeschlagen wurde, angerufen.

Ein bisschen Hoffnung darf also doch aufkeimen. Denn ich hoffe einfach mal, dass es eine Art Geheimkartei gibt, wo sie einige Kärtchen reingelegt haben.

In diesem Sinne

Hendrik

Vergebung

Manchmal ist es schwer bis unmöglich, jemandem etwas zu vergeben. Vor allem sich selbst. Das kenne ich nur zu gut aus eigener Erfahrung. Aber im Nachgang kann man doch noch einmal überlegen, weshalb man etwas nicht vergeben sollte. Verbrechen mal ausgenommen.

Man darf aber in dieser Situation nicht nur fordern, sondern muss auch in der Lage sein, zu geben. Ich denke, das ist auch ein kleiner Schritt in Richtung mehr Selbstvertrauen. Zum wiederholten Male: Erst wenn man selbst vergeben kann, wird einem auch vergeben!

Man kann zum Beispiel damit anfangen, dass man sich selbst vergibt. Man sagt sich, dies oder das hätte anders gehen können, aber ich verzeihe mir und werde es das nächste Mal auch anders machen. Und man merkt sofort, dass man sich ein wenig leichter fühlt. Und in der nächsten Situation ganz bewusst mit dem Wissen vorgeht, dass man es anders versuchen kann.

Dann wird man auch in der Lage sein, dass unter „Erfahrung“ abzuspeichern. Es gibt dann nichts mehr, was einen selbst belastet.

Ich habe mal eine Geschichte gelesen, in der ein Junge einen alten Mann trifft, der einen großen und offensichtlich sehr schweren und großen Korb auf dem Rücken trägt.

Der Junge fragt den Mann, warum er denn diesen Korb mit sich rumträgt.

Der Alte entgegnet:“ In diesem Korb sind alle meine Sünden und falschen Entscheidungen drin. Immer wenn ich eine falsche Entscheidung getroffen habe oder etwas falsch gemacht habe, habe ich das in diesen Korb getan. Und mit der Zeit wurden es immer mehr und der Korb immer schwerer.“

Der Junge fragt ihn erstaunt, warum er den Korb denn nicht ablegt und liegen lässt.

Der Alte antwortet:“Weil alles in diesem Korb zu mir gehört und ich ihn nicht ablegen kann. Das wird dir ganz genau so gehen, wenn du so alt bist wie ich. Denn auch du wirst in deinem Leben viele Entscheidungen treffen, von denen viele gute und viele schlechte sein werden“

Der Junge schweigt beeindruckt und läuft neben dem Alten her. So geht das viele Monate. Wenn es Essenszeit ist, teilt der Alte mit dem Jungen, und wenn es Schlafenszeit ist, deckt er den Jungen mit seinem Mantel zu. Danach schaut er seinen Korb an und schläft ein. Manchmal kramt er auch noch kurz darin, als ob er etwas suchen würde. Das er dann kurz in den Händen hält und dabei traurig aussieht.

Doch eines Tages wacht der Mann nicht mehr auf. Der Junge lässt sich das gesagte noch einmal durch den Kopf gehen und kann seine Neugier nicht mehr unter Kontrolle behalten. Er geht zum Korb und nimmt den Deckel ab. Als der junge Mann in den Korb hineinsieht, Stellt er verdutzt fest, dass der Korb komplett leer ist.

So ist das mit vielen Mitmenschen. Ich habe oft das Gefühl, dass alle eine schwere Last mit sich herumtragen. Mich eingeschlossen. Also lasst uns doch alle unsere Körbe dort hinstellen und liegenlassen, wo wir gerade sind. Ich bin dazu noch nicht wirklich in der Lage, aber ich denke, dass sollte eines meiner Ziele sein.

Nur wenn man sich selbst schlechte oder falsche Entscheidungen oder Taten vergibt und sich die Erfahrung daraus zueigen macht, kann man mittelfristig mit sich im Reinen sein.

In diesem Sinne

Hendrik